Official MSS Statement
Gemeinsame Stellungnahme
Kulturflatrate
Die Kulturflatrate ist keine Lösung für unser Anliegen, welches darin besteht, selbst über die Verwendung und den Preis unserer Werke bestimmen zu können. Mit einer Flatrate würden wir viele dieser Rechte aus der Hand geben. Schwierig ist zudem nicht nur die Definition eines gerechten Verteilschlüssels für die Musikschaffenden, ungerecht ist auch die Pauschalbesteuerung der Konsumenten. Wir wollen einen Markt, und wir bevorzugen es Lösungsansätze zu verfolgen, die diesen besser schützen helfen.
YouTube, Streaming usw.
YouTube und Co fahren auch dank unseren Inhalten riesige Gewinne ein. Die momentan existierenden Vergütungssysteme für Streaming sind für die Künstler eine Katastrophe. Intransparent sind unter anderem die Geldflüsse zwischen Musik-Industrie und Streaming-Anbietern, unbefriedigend ist auch, dass Künstler momentan die Verfolgung ihrer Rechte selber bewältigen müssen. Wir verlangen eine Transparenzpflicht für Streamingdienste usw. sowie Entwicklung und Ausbau von Vergütungsmodellen, die die Künstler fair entschädigen. Wir erwarten angemessene Beteiligung an mit unseren Inhalten erreichten Umsätzen.
Urheberrecht
Die Schweiz ist das Urheberrechts-Guantanamo in Europa. Die USA hat uns auf eine Urheberrechts-Watchlist gesetzt. Es ist in der Tat schwer nachvollziehbar, warum in der Schweiz als internationale Ausnahme selbst die vorsätzliche Nutzung illegaler Quellen legal ist. Wir verlangen ein Anpassung an das Recht unserer Nachbarländer.
Die (insbesondere gewerbsmässige) Verbreitung unrechtmässig verfügbar gemachter Inhalte soll leichter verfolgt werden können. Der Zugang zu illegalen Quellen soll unterbunden werden. z.B. via Access-Provider, die ähnliche Technologie für andere Strafbestände bereits im Einsatz haben.
Leerträgervergütung
Entgegen einem oft geäusserten Missverständnis dient die Leerträgervergügung per Definition NUR zur Entschädigung der Nutzung bereits erworbener Inhalte im privaten Kreis (Privatkopie). Sie entschädigt keine Downloads aus unrechtmässigen Quellen. Das Konzept der Leerträgervergütung steht unter dem Druck, mit technischen Neuerungen wie der Cloudspeicherung mitzuhalten. Wir wollen an diesem Modell festhalten, unsere Umsatzeinbussen kann es freilich nicht ersetzen.
Verantwortung Provider
Die Menschen bezahlen heute weniger für materielle Datenträger, sie sind jedoch bereit, mehr für den digitalen Zugang zu denselben Inhalten zu bezahlen. Wir freuen uns, wenn dank unseren Inhalten Geld verdient werden kann, seit vielen Jahren verdienen fliesst dieses Geld allerdings grösstenteils an uns vorbei. Zu den Gewinnern gehören unmittelbar auch Internet-Access-Provider wie Swisscom und Cablecom mit ihren Breitbandangeboten. Wir finden es gerecht und notwendig, an diesen Gewinnen beteiligt zu werden. In eine zukunftsfähige Lösung für die Entschädigung der Nutzung unserer Werke im Netz müssen die Provider mit in die Verantwortung genommen werden. Sie sollen uns unterstützen bei der Wahrung unserer Rechte. Dies insbesondere auch im Kampf gegen Hosting-Provider, die mit durchsichtigen halblegalen Geschäftsmodellen direkt von der unrechtmässigen Verbreitung geschützter Inhalte profitieren (z.B. Rapidshare).
